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 © Christian Heeb
© Christian Heeb

Namibia in der Corona-Krise: Lockerungen ab 2. Juni



Namibia kann aufatmen, die Tourismusbranche ist erleichtert: Am 2. Juni treten umfassende Erleichterungen der Beschränkungen im Zuge der Corona-Krise in Kraft, das Land steigt auf in Level 3. Die aktuelle Lage im Überblick.


29. Mai
Übergang in Level 3

In einem neuen Statement würdigte Präsident Hage Geingob am 28. Mai die Erfolge im Kampf gegen COVID-19 und das Engagement seiner Landsleute: „Als Namibier haben wir einen selbstlosen Ansatz gewählt und verstanden, dass wir außergewöhnliche Opfer bringen müssen, um den Krieg gegen einen unsichtbaren Feind zu gewinnen.“
Geingob fasste die bisherige Entwicklung noch einmal zusammen: Der vollständige Lockdown unter Level 1 hatte 38 Tage gedauert, dann folgten in Level 2 erste Lockerungen mit einer Beobachtungszeit von 28 Tagen - zwei Inkubationszeiträumen. Diese Phase endet am 1. Juni an Mitternacht.
Bislang wurden 22 Fälle gezählt, die alle im Zusammenhang mit Reisen standen. Innerhalb Namibias ist kein Übertragungsfall bekannt. Es gab bislang noch keinen Todesfall, 14 Infizierte sind bereits wieder genesen.
Ab 1. Juni werden alle Regionen mit Ausnahme von Walvis Bay in den Genuss der Lockerungen von Level 3 kommen, das erneut für zwei Inkubationsperioden bis 29. Juni gelten soll. Walvis Bay fällt für mindestens sieben Tage auf den kompletten Lockdown zurück.
Geingob warnte gleichzeitig, dass COVID-19 nicht verschwunden sei und appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Namibier.
Die Tourismusbranche hatte zuvor ihre Unterstützung für das schnelle und entschlossene Handeln der Regierung Mitte März betont, aber auch hervorgehoben, wie wichtig es nach zehn Wochen sei, dass die Unternehmen wieder ihre Geschäfte aufnehmen können. Das Gastgewerbe hatte auch an die Regierung appelliert, die strengen Alkoholregeln zu überdenken.

Folgende Regeln gelten ab 2. Juni:
- Soziale Distanz von 1,5 Metern
- Maskenpflicht bei der Arbeit, in öffentlichen Verkehrsmitteln und in Geschäften
- Schulen nehmen den Unterricht schrittweise wieder auf
- Grenzen bleiben weiterhin geschlossen
- Versammlungen bis zu 50 Personen sind wieder erlaubt
- Cafés und Restaurants dürfen wieder öffnen
- Alkohol darf unter bestimmten Regeln wieder ausgeschenkt und verkauft werden
- Auch Theater, Kinos, Theater und Museen öffnen wieder

20. Mai
Konzept “Travel to Heal”

Der Neustart des Tourismus in Namibia ist in Sicht. In der Vorbereitungsphase diskutiert die Branche des Landes zurzeit über das Konzept „Travel to Heal“ von Martin Wucher, einem Arzt und Tourismusexperten aus Okahandja.
In dem Konzept wird vorgeschlagen, Namibia in Zukunft als besonders sicheres, gesundes und friedliches Reiseziel zu positionieren und zu vermarkten. Ein Ort, an dem sich Reisende am besten vom Trauma der Corona-Krise erholen können.
Tatsächlich ist Namibia mit seinen weiten Landschaften, der warmen, trockenen Luft und nur wenigen Menschen prädestiniert für erste Reisen nach dem Höhepunkt der Pandemie. Nicht umsonst zählte man hier insgesamt nur 16 Corona-Infektionen - und bislang keinen Todesfall
Wucher betont die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsbereich, der besonders schnell wiederbelebt werden kann. Er schlägt eine zweijährige Null-Profit-Strategie vor, um sich ganz auf das wirtschaftliche Überleben und die Sicherung von Arbeitsplätzen zu konzentrieren.
Die Preise für Touristen sollen seiner Ansicht nach solange eingefroren oder sogar reduziert werden.
Das Konzept regt an, die touristischen Unternehmen konsequent fit für gesundheitsbewusste Reisende zu machen und gleichzeitig nachhaltiger zu wirtschaften. So sei es sinnvoll, einen Mindestaufenthalt von drei Tagen in Lodges einzurichten - zur Förderung von Nachhaltigkeit und Entschleunigung bei den Reisenden.
Wucher rät den Gastgebern, Gesundheitsbewusstsein und Nachhaltigkeit überzeugend in ihr Konzept zu integrieren, zum Beispiel durch regionale und vitaminreiche Produkte in den Restaurants, Reduzierung von WLAN-Zeiten und Strahlung aus Funknetzen.
Der heilende Effekt des Reisens sollte auch unterstützt werden durch verminderte Gruppengrößen und mehr Angebote für sportliche Aktivitäten wie Morgenspaziergänge oder Sundowner Walks.

15. Mai
Geöffnete Unterkünfte

Die Arbeitsgemeinschaft Südliches Afrika berichtet zur Situation bei Air Namibia: Air Namibia hofft, den ausgesetzten Flugbetrieb zwischen Frankfurt und Windhoek so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu können. In der aktuellen Lockerungsphase 2, in der Reisen innerhalb Namibias wieder möglich sind, konnte Air Namibia den Flugverkehr innerhalb des Landes am 6. Mai wieder aufnehmen. Sobald die verschiedenen Reiserestriktionen der Staaten des südlichen Afrika und die Reisewarnungen der Bundesrepublik gelockert oder aufgehoben werden, kann dann die atemberaubende Natur des südlichen Afrikas wieder neu entdeckt werden. Air Namibia plant wieder tägliche Nonstop-Flüge von Frankfurt nach Windhoek und mit den Inlands- und Regionalverbindungen lassen sich hoffentlich bald wieder die südlichen Regionen Afrikas - Namibia, Botswana, Zambia, Zimbabwe und Südafrika - bereisen.

SÜD-AFRIKA Mitarbeiter Werner Klein schreibt aus Kapstadt zur aktuellen Lage: Im Gegensatz zu Südafrika hat man in Namibia den Vorteil, dass die Termine feststehen, ab denen weitere Einschränkungen gelockert werden sollen. Am 1. Juni soll die nächste Phase beginnen, ab ersten Juli soll wieder eine „Normalität“ eintreten.
Seit dem 5. Mai dürfen Übernachtungsbetriebe wieder öffnen und die Namibier können im ganzen Land uneingeschränkt reisen. Im Gegensatz zu Südafrika hat man die Tourismusbranche in Namibia schon frühzeitig als wichtigen Teil der Wirtschaft eingestuft.
Tatsächlich haben sehr viele B&B’s, Gästehäuser, Hotels und auch einige Lodges wieder eröffnet – natürlich unter strengen hygienischen Vorgaben. Auch der Etosha-Park sowie einige umliegende Lodges haben wieder geöffnet.
Viele Betriebe bieten zurzeit Preisspecials an, insbesondere tagesaktuell über die sozialen Medien. Eine Plattform für diese Posts bietet zurzeit die neue Facebook-Gruppe „local tourismus is lekker-Namibia“.
Leider kann sich nur ein sehr kleiner Teil der einheimischen Bevölkerung diese Reisen leisten, obwohl viele gerne reisen möchten.
Die Restaurants dürfen öffnen, solange sie an Übernachtungsbetriebe angeschlossen sind - dabei dürfen nur die Übernachtungsgäste bewirtet werden. Der Verkauf von Alkohol ist weiter verboten.
Neben vielen organisatorischen Schwierigkeiten, die zahlreichen Hygiene- und Abstandvorschriften und Standards einzuhalten, bereitet vor allem ein Thema Sorgen: Es gibt bisher noch keine Angaben, wann die Grenzen wieder geöffnet werden.
Auch die Flugpläne, die teilweise schon von einigen Fluglinien veröffentlicht wurden oder in Planung sind, sehen bisher keine Verbindungen direkt nach Windhoek vor – insbesondere aus wirtschaftlichen Gründen.
Aber hier ist sicherlich ein gemeinsames Handeln der Nachbarstaaten, insbesondere von Südafrika, erforderlich, da viele Verbindungen zum Beispiel über Johannesburg abgewickelt werden.

5. Mai
Neue Regeln in Kraft

Inzwischen sind die neuen Regeln in Namibia in Kraft getreten. In der Öffentlichkeit gilt eine Maskenpflicht, Versammlungen mit mehr als zehn Personen sind nicht erlaubt, Namibier dürfen frei zwischen den Regionen reisen. Viele Läden dürfen wieder öffnen, die Schulen bleiben geschlossen.
Enttäuschung herrscht im Tourismussektor, da in dem Regelwerk der Regierung bislang keine Angaben enthalten sind, wann das Gastgewerbe mit Lockerungen rechnen kann. Restaurants dürfen Essen nur zum Mitnehmen verkaufen. Unterkünfte dürfen unter strengen Auflagen öffnen.
Das Tourismusministerium hat indessen die „Conservation Relief, Recovery and Resilient Facility“ eingerichtet, einen Fonds, der die langfristig zu erwartenden Auswirkungen auf die Conservancies lindern soll. Diese Gemeinschaften auf dem Land, die zu eunem großen Teil vom Wildlife-Tourismus leben, sind besonders hart von der Krise betroffen. Der Fonds ist bislang mit 16 Millionen NAM$ ausgestattet.

1. Mai
Erleichterungen des Lockdowns

Um die weitere Verbreitung des Corona-Virus zu begrenzen, hatte die Regierung seit 28. März einen drastischen Lockdown verhängt. Namibia zählte bislang nur 16 Infizierte, von denen die Hälfte schon wieder genesen sind.
Nun gab Präsident Hage Geingob bekannt, dass die Restriktionen ab 4. Mai gelockert werden. Der seit 17. März geltende Ausnahmezustand wurde gleichzeitig für 6 Monate verlängert.

Öffnung in vier Stufen

Präsident Geingob kündigte vier Stufen an, in denen die Öffnung ablaufen soll. Jede soll im Rahmen von zwei Inkubationszyklen beobachtet werden:

--- Stufe 1 war der komplette Lockdown des Landes. Dieser soll am 4. Mai enden
--- Stufe 2 von 5. Mai bis 2. Juni läutet die schrittweise Öffnung ein.
--- Stufe 3 umfasst noch moderate Vorsichtsmaßnahmen - sie soll bis 30. Juni dauern.
--- Stufe 4 mit dem Rückkehr zur Normalität soll bis zum Ende des Ausnahmezustands dauern.

Neue Regeln ab 5. Mai

Kern der neuen Regeln ist eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit. Namibier dürfen sich innerhalb der Städte wieder frei bewegen und in andere Regionen reisen.
Die Grenzen bleiben für Ausländer geschlossen, Einheimische dürfen ins Land zurückreisen, müssen sich aber in Quarantäne begeben.
Bestimmte Geschäfte dürfen unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder öffnen, darunter auch Einkaufszentren, Friseure und Restaurants auf Takeaway-Basis.
Geschlossen bleiben in dieser Phase Kultureinrichtungen, Fitnesscenter, Bars und Alkoholgeschäfte - der Verkauf von Alkohol bleibt generell verboten.
Präsident Geingob betonte den gewaltigen Einschnitt dieser Krise und forderte die Namibier zum Durchhalten auf: „Der Kampf wird kein Sprint sein, sondern ein Marathon, der unsere Ausdauer erfordert.“



© Text: og
 
 

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