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 © Namibia Wild Horses Foundation
© Namibia Wild Horses Foundation

Namibia: Überlebenskampf der Wildpferde



Im Namib-Naukluft-Park, auf der Garub-Ebene in der Umgebung von Aus, kämpfen die wilden Pferde der Namib weiterhin um ihr Überleben. Derzeit sind nur noch 40 Stuten und 70 Hengste übrig.

Da der erhoffte Winterregen im Südwesten von Namibia ausgeblieben ist, liegt die Ebene wie ein einziger großer Sandkasten da. Vegetation ist kaum vorhanden. Das Überleben der Pferde hängt nach wie vor von der Ergänzungsfütterung ab, die mit den großzügigen Spenden der Öffentlichkeit durchgeführt wird. Die Zahl der Pferde nimmt steil ab und seit Beginn der Dürre 2013 hat kein einziges Fohlen überlebt.
Die Regenmenge reicht nicht aus, um Gras keimen zu lassen oder einen nennenswerten Wuchs der beständigen Gräser hervorzubringen. Der Zustand der verbleibenden Pferde wechselte in den vergangenen 23 Monaten je nach Qualität und Genießbarkeit des gelieferten Futters.
Fast ein Viertel der Pferde ist in schlechter oder sehr schlechter Verfassung, die Hälfte ist in mittelmäßiger und der Rest in guter Verfassung. Viele der geschwächten Pferde werden nicht durchhalten können.
Die Stiftung ?Namibia Wild Horses Foundation? ist jedoch der Meinung, dass es mit den steten Spenden möglich sein wird, wenigstens die Kerngruppe zu erhalten.

 © Namibia Wild Horses Foundation
© Namibia Wild Horses Foundation
Von der Dürre geschwächtes Wildpferd.

Gefahr durch Tüpfelhyänen


In den Dürrejahren haben Tüpfelhyänen die Lage verschärft. Da Wildarten wie Gemsbock und Springbock, die üblicherweise die Beute von Hyänen darstellen, nach den ersten Regenfällen 2017 nach Norden wanderten, nahmen die Hyänen-Angriffe auf die Pferde unhaltbare Ausmaße an.
Auf der Suche nach einer Lösung wandte sich die Stiftung an das Umwelt- und Tourismusministerium. Verschiedene Alternativen wurden diskutiert, so auch die Umsiedlung der Pferde in ein eigens für sie zu schaffendes Schutzgebiet in einer Gegend, in der sie vor Hyänen sicher wären.
Solch ein Schutzgebiet scheint jedoch einstweilen keine realisierbare Möglichkeit zu sein, da das zum Verkauf stehende Stück Land eine gewaltige Investition von fast 35 Millionen NAM$ bedeutet. Es wird erhebliche Anstrengungen erfordern, diesen Betrag aufzubringen - und möglicherweise mehr Zeit, als den Pferden noch bleibt.

Suche nach Lösungen


Das Umwelt- und Tourismusministerium genehmigte inzwischen das Auslegen von Futter für die Tüpfelhyänen. Dadurch hat sich der Druck auf die wilden Pferde enorm verringert. Monatlich werden deutlich weniger Pferde von Hyänen getötet. Ohne diese Maßnahme wäre der Bestand bereits unter die kritische Zahl gesunken, die für das Fortbestehen der wilden Pferde notwendig ist.
Das Füttern der Hyänen bleibt allerdings eine kurzfristige Lösung, denn der Bestand schrumpft bedrohlich weiter. Beim derzeitigen Tempo muss damit gerechnet werden, dass es die wilden Pferde der Namib bald nicht mehr gibt - es sei denn, es werden drastische Maßnahmen ergriffen.

Bedeutung für den Tourismus


Besorgte Personen, vorrangig aus dem Tourismusgewerbe, haben unterdessen die Aktionsgruppe "Aus-Lüderitz Tourism & Business Action Group" gegründet, um sich für das Überleben der wilden Pferde einzusetzen.
Gemeinsam mit der Lüderitz-Zweigstelle der Namibischen Industrie- und Handelskammer (NCCI) wandte sich die Gruppe ebenfalls an das Umwelt- und Tourismusministerium und betonte die Bedeutung der wilden Pferde als führende Touristenattraktion im Südwesten des Landes.
Das Aussterben der wilden Pferde werde sich negativ auf den Tourismus in der iKaras Region und in Namibia insgesamt auswirken, mit entsprechenden Folgen für alle. Die wilden Pferde zählen zu den zehn führenden Touristenattraktionen in Namibia.
Die Umsiedlung der Pferde wird von der Aktionsgruppe abgelehnt. Immerhin leben die Pferde seit mehr als hundert Jahren auf der Garub-Ebene und stellen keine Konkurrenz für die Wildtiere im Namib-Naukluft-Park dar.
Vielmehr bestehe dringender Handlungsbedarf in dieser kritischen Zeit, betont die Aktionsgruppe. Die Beilegung der Bedrohung durch Hyänen sei lebenswichtig - und die einzige Lösung zur Sicherung des Fortbestehens der wilden Pferde.
Die Diskussionen gehen weiter. Doch die Zeit drängt: die wilden Pferde kämpfen um ihr Überleben, sie sind ständig den Attacken von Hyänen ausgesetzt und ihr Zustand verschlechtert sich täglich.


INFORMATIONEN
Spenden an: Namibia Wild Horses Foundation, First National Bank of Namibia, Girokonto 62246659489, Filiale: Klein Windhoek (BLZ 281479), Swift: FIRNNANX

Weitere Informationen über die wilden Pferde und ihre aktuelle Lage unter www.wild-horses-namibia.com und www.facebook.com/NamibiaWildHorses



 

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