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 © S. R. Gottwald
© S. R. Gottwald

Lesertext: Der Affenbrotbaum



Der Affenbrotbaum ist einer der bekanntesten Bäume des südlichen Afrikas. In unzähligen Legenden erzählt der Volksmund, wie er zu seiner seltsamen Form gekommen ist. Ein Text von SÜD-AFRIKA-Leserin S. R. Gottwald aus Polokwane in Südafrika.

Im Zorn über das ewig ungehorsame Menschengeschlecht habe der Schöpfergeist den Baum auf die Erde geschleudert, wo er mit dem Geäst im Boden steckengeblieben sei, so lautet eine dieser Legenden.
Und so streckt denn der Affenbrotbaum noch heute seine "Wurzeln" in den gleißenden südafrikanischen Himmel.
Tatsächlich sieht das Geäst des Baumes ein bisschen wie Wurzelwerk aus, besonders wenn er unbelaubt ist, und das ist er meistens.

Dellen, Furchen, Falten


Die dicken Äste gehen fast horizonal von dem wie geschwollen wirkenden Stamm aus und haben auch seine seltsame Farbe: ein eigenartiges, manchmal ins Kupferfarbene oder sogar Violette spielendes Graurosa, das fast fleischig wirkt.
Höher als 15 Meter wird der Affenbrotbaum (Adansonia Digitata) normalerweise nicht, aber der enorm dicke Stamm - ein Umfang von 30 Metern ist nicht ungewöhnlich - gibt ihm sein unverwechselbar gedrungenes Aussehen.
Die glatte Rinde weist Dellen, Furchen, Falten und Höhlungen auf. Sie wird mit Vorliebe von Elefanten gefressen, deren Zerstörungswerk zwar deutliche Spuren hinterlässt, den Baum jedoch nur in seltenen Fällen das Leben kostet.
Überhaupt ist der Baum erstaunlich zählebig. Auch hohle Affenbrotbäume können weiterhin grünen, blühen und Früchte tragen.

Baum mit Bar


Und alt werden sie, diese Affenbrotbäume, ururalt. Einer der ältesten Bäume der Welt ist ein hohler Affenbrotbaum in der Limpopo-Provinz von Südafrika: 6.000 Jahre alt soll er sein, sein Umfang beträgt 46,8 Meter, und in der Regenzeit setzt er immer noch Laub an!
In seinem Inneren hat man eine Bar eingerichtet, fast eine frivole Verwendung für diesen Hohlraum, der in seiner langen Geschichte wohl nicht selten Menschen und Tieren Schutz und Obdach war.

Baobabs in "Der kleine Prinz"


Affenbrotbäume kommen hauptsächlich in den heißen, trockenen, tief liegenden Regionen des nördlichen Südafrikas vor. Sie werden jedoch auch gern in Parkanlagen angepflanzt und gedeihen meist gut, obwohl sie keinen Frost vertragen.
Die Saat des Affenbrotbaums keimt relativ schnell, wenn auch bei weitem nicht so schnell, wie Antoine de Saint-Exupéry das in seinem Märchen "Der kleine Prinz" erzählt hat.
Auch ist das Wachstum keineswegs so beängstigend rasant wie dort geschildert. Unter optimalen Bedingungen ist mit einem Wachstum von höchstens 50 Zentimetern pro Jahr zu rechnen.

Blätter mit Fingern


Der Eindruck der Geschwollenheit des Stammes ist völlig richtig: Messungen haben ergeben, dass der Umfang eines Affenbrotbaums in Dürreperioden tatsächlich schrumpft und sich nach ausreichenden Regengüssen wieder ausdehnt.
Dann treibt der Baum auch sein schönes, grünes Laub: 100 mal 40 Millimeter große, handförmige Blätter mit drei bis neun "Fingern", etwa wie ein Rosskastanienblatt.
Die jungen Blätter werden von den Einheimischen gepflückt und wie Spinat gekocht.

Reicher Nektar


Im südafrikanischen Frühling (Oktober-November) öffnen sich die prachtvollen, süß duftenden, einzeln hängenden weißen Blüten, die einen Durchmesser von 20 Zentimetern erreichen können.
Die leicht zerknittert aussehenden Blütenblätter sind zurückgebogen. Aus der Mitte der Blüte tritt ein langer Stamm hervor, von dem ein dicker Strauß goldgelber Staubgefäße ausgeht.
Diese Blüten locken mit ihrem reichen Nektarvorrat verschiedenste Tiere und Insekten an.
Besonders die Fruchtfledermäuse, wie z.B. die Strohfarbene Fledermaus (Eidolon Helvum), lieben diesen Nektar, und da der Blütenstaub an ihrem Fell hängenbleibt, sorgen sie für die Bestäubung der Blüten.
Aber auch zahlreiche Falter und Käfer stellen sich ein, und diese locken wiederum Insektenfresser wie die Galagos (Nachtäffchen) an.
So herrscht während der Blütezeit ein reger Betrieb im Geäst eines Affenbrotbaums.
Eine solche Blüte zu pflücken ist bei den Stämmen im Norden von Südafrika streng verboten, da in diesen Blüten angeblich Geister hausen, die einen solchen Frevel grausam ahnden würden. Löwen, so heißt es, würden den Schuldigen zerreißen.

Heilsame Früchte


Im Herbst (April-Mai) reifen die großen, holzigen Früchte des Affenbrotbaums, die wie übergroße Ostereier aussehen. Zuerst sind sie grünlich mit einer feinen, samtartigen Behaarung, vollreif werden sie hellbraun.
Diese Früchte sind eine Lieblingsspeise der Paviane, aber auch bei Menschen sind sie sehr beliebt.
Die holzige Schale enthält die eigentlichen Samen: harte, dunkelbraune Kerne, die geröstet und zerstoßen einen akzeptablen Kaffee-Ersatz liefern.
Eingebettet sind diese Kerne in eine weißliche, pulvrige Substanz von angenehm säuerlichem Geschmack. Mit Wasser oder Milch vermischt lässt sich daraus ein erfrischendes Getränk herstellen, das bei Fieber und skorbutivem Vitaminmangel sogar heilend wirken soll.
Chemische Analysen haben erwiesen, dass die Substanz tatsächlich beträchtliche Mengen an Weinsteinsäure und Kaliumbitartrat enthält.

Verehrter Baum


Affenbrotbäume stehen unter Naturschutz, aber in diesem Fall war es kaum nötig, den Baum unter Schutz zu stellen, denn nicht viele Bäume des südlichen Afrika werden so verehrt wie dieser.
Sein Nutzen ist vielfältig: sein Geäst und seine Höhlungen sind ideale Nistplätze für verschiedenste Vogelarten und Schlupfwinkel für unzählige andere Lebewesen.
Seine hohlen Äste sind Wasserreservoirs für Mensch und Tier, die Rinde enthält eine haltbare Faser, aus der Matten, Körbe, Hüte und ähnliches gewoben werden, und aus den Wurzeln lässt sich ein brauchbares Mehl herstellen.
In der traditionellen Medizin werden Blätter und Rinde des Affenbrotbaums zur Behandlung von Malaria und Dysenterie verwendet.
Es wäre vielleicht lohnend, die Substanzen wissenschaftlich auf heilende Wirkstoffe zu untersuchen.
Freilich behauptet die traditionelle Medizin auch, dass eine Rindeninfusion stark und mächtig macht und dass ein Trunk Wasser, in dem Affenbrotkerne eingeweicht waren, vor Krokodilen schützen soll. Dergleichen Wirkung dürfte etwas schwerer nachzuweisen sein.

So ist der Affenbrotbaum nicht nur ein Baum von eigenwilliger Schönheit, sondern auch ein äußerst nützlicher Baum. Eines ist ihm jedoch nicht gelungen: Das Menschengeschlecht ist immer noch so unbotsam wie eh und je!



 

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