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 © Christian Heeb
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Reisetagebuch Kapstadt - Windhoek, Teil 2



Der zweite Teil der Autoreise von Kapstadt nach Windhoek beginnt in Lüderitz mit seinen gut erhaltenen Kolonialhäusern. Über die Geisterstadt Kolmanskuppe, Klein-Aus, Keetmanshoop und Mariental wird die Kalahari erreicht. Von dort ist es nicht mehr weit bis Windhoek.

Zum ersten Teil des Reisetagebuchs (Kapstadt - Lüderitz)

6. TAG
Am Vormittag nehmen wir uns Zeit für Lüderitz, diesen geschichtsträchtigen Ort, benannt nach dem Bremer Großkaufmann Adolf Lüderitz. Dieser erwarb 1883 fünf Meilen Land an der Atlantik-Bucht. Verkäufer war der Nama-Häuptling Joseph Fredericks, der dafür 100 Pfund Sterling sowie Gewehre und Waren erhielt.
Später wurde noch weiterer Grundbesitz dazugekauft und Adolf Lüderitz errichtete an dieser Schnittstelle zwischen kaltem Atlantik und heißer Wüste einen Handelsposten. Der damals 50-Jährige hatte viel vor. 1884 reiste er nach Berlin und erreichte bei Otto von Bismarck eine amtliche Schutzerklärung. "Zur Abschreckung britischer Kolonialgelüste", wie er dem Reichskanzler erklärte.
Plötzlich war Südwest-Afrika deutsches Schutzgebiet. Doch Adolf Lüderitz konnte seine hochfliegenden kolonialen Pläne nicht weiter verfolgen. Bodenschätze waren noch nicht gefunden, Einnahmen blieben aus - er musste sein Handelshaus an die "Deutsche Kolonialgesellschaft Südwest-Afrika" verkaufen. Von einer Bootsfahrt auf dem Oranje im Oktober 1886 kehrte er nie zurück und gilt seitdem als verschollen.
Lüderitz' Traum von einer prosperierenden Stadt und einem florierenden Handelsposten wurde dennoch für kurze Zeit Wirklichkeit. Im April 1908 fand ein Gehilfe des Eisenbahners August Stauch im Sand von Kolmanskuppe Rohdiamanten. Ein Diamantenrausch brach aus. Alles, was gut und teuer war, wurde per Schiff aus Deutschland nach Deutsch-Südwest transportiert. Selbst die Baumaterialien für herrschaftliche Jugendstilvillen.
 © Christian Heeb
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Wahrzeichen Felsenkirche.
Heute ist die kleine Stadt Lüderitz ein afrikanischer Ort mit deutscher Baugeschichte. Das mutet etwas merkwürdig an, denn die architektonischen Spuren der wilhelminischen Zeit ziehen sich durch die gesamte Innenstadt. Etliche prächtige Gebäude haben ihren Charme bis heute nicht verloren. Zum großen Teil wurden sie restauriert und stehen unter Denkmalschutz.
So betrachten wir das stattliche Woermannhaus, ehemals Sitz der gleichnamigen Reederei, das ebenfalls gut erhaltene Goerkehaus, damals die Magistratsresidenz. Die alte Turnhalle steht noch und ist bis heute Sitz des Männersportvereins. Daneben das kleine Gebäude des ehemaligen Kegelvereins.
Mit einer Karte in der Hand suchen wir das Rathaus, den Bahnhof, die Alte Post, die Reichsapotheke und die Lüderitzer Buchhandlung. Das Erbelanzmuseum informiert über die Stadt- und Kolonialgeschichte. Eine Reihe von Geschäftshäusern und Gewerbebetrieben tragen deutsche Namen.
Wir schlendern über die Bismarck-, Bülow-, Woermann- und Vogelsangstraße, über die Hamburger-, Bremer- und Bahnhofstraße. Und über allem ruht erhaben die neugotische Felsenkirche, in der noch monatlich ein Gottesdienst stattfindet. Die Kirche blickt auf das Meer und war früher für viele Schiffsreisende nach Wochen auf hoher See das erste Zeichen der Zivilisation.
Wir sehen wenige Weiße in der Stadt. Dennoch - rund 120 direkte Nachkommen der damaligen Südwester leben hier noch. Das Zuhause der meisten Schwarzen ist ein Township am Stadtrand, eine Ansammlung von Schlichthäusern, Blech- und Holzhütten.
Schon am Vormittag sehen wir Gruppen von Jugendlichen gelangweilt auf den Straßen herumstehen. Die Arbeitslosigkeit ist hoch, Beschäftigungschancen sind rar. Das alte Fischereigeschäft von Lüderitz blüht nicht mehr. Heute kommen nur noch Containerschiffe. Die Ware wird gelöscht, der Ablauf ist automatisiert. Während des Sommers laufen große Kreuzfahrtschiffe ein wie die MS Deutschland. Dann füllt sich die Stadt für wenige Stunden mit Touristen.
 © Christian Heeb
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Geisterstadt Kolmannskuppe.
Wir verlassen Lüderitz, werfen auf einer Anhöhe noch einen Blick zurück auf die Stadt am Meer. Denn jetzt kommen wir in die Sandwüste. Hier liegt, 15 Kilometer von Lüderitz entfernt, die Ghost-Town Kolmanskuppe. Möchte man dort eine geführte Tour machen, muss das Ticket bei "Safaris & Tours" in Lüderitz an der Bismarckstraße besorgt werden. Wir wollen diesen bizarren Ort auf eigene Faust erkunden, parken das Auto - und werden beim Aussteigen fast weggefegt.
Heftiger Wind weht uns die Sandkörner ins Gesicht. Wir stapfen durch zum Teil knöcheltiefen Sand eine Anhöhe hinauf. Im Sand gefunden, haben es Diamanten möglich gemacht: Die Geisterstadt von heute entstand seit 1908 in einem Rausch der Gefühle und des schnellen Reichtums.
Obschon ein schrecklich unwirtlicher Platz, wollten die deutschen Glücksritter und Neureichen hier Wurzeln schlagen, wollten der Quelle des schnellen Geldes ganz nahe sein. So wurden großbürgerliche Villen mit eleganten Veranden, hübschen Balkonen, großflächigen Fenstern, gefliesten Bädern und holzvertäfelten Wohnräumen im wahrsten Sinne des Wortes in den Sand gebaut.
Der Quartiermeister des Diamantenbetriebes bekam für sich und seine Familie ein stattliches Haus, ebenso der Lehrer, der Architekt, der Direktor. Wir stapfen an der ehemaligen Bäckerei vorbei, ebenso am Metzgerladen, an der Eisfabrik, der Kegelbahn, der Schule und den schlichten Arbeiterhäusern.
Dann betreten wir einen Ballsaal mit großer Empore und Holzvertäfelung. Chronisten berichten, dass hier viel und ausgelassen gefeiert wurde. Der Champagner floss in Strömen. Die Kleider wurden bei Couturiers in Paris und Berlin bestellt, bezahlt wurde mit Diamanten. Trotz der Einödlage in der Wüste, genoss man diese Zeit in vollen Zügen. Das schnelle Geld hielt den Adrenalinspiegel hoch. Für viele der Beteiligten war das Leben fernab des geregelten Alltags im deutschen Kaiserreich "eine große Sause".
Dennoch - als wir in der ersten Etage eines einst herrschaftlichen Hauses stehen, das Pfeifen des Windes hören und durch die großen Fenster in die monotone Wüste schauen, wundern uns. Wie konnte man es hier aushalten? Die letzten Bewohner haben den Ort erst 1957 verlassen.
Jetzt übernimmt allmählich der Sand die Geisterstadt. Er weht in die offenen Häuser, füllt Zimmer um Zimmer mit seinen feinen Körnern. Irgendwann wird das Kuriosum verschwunden sein. Es dauerhaft zu erhalten, würde zuviel Geld kosten. Wir müssen zum Eingang zurück. Der alte Mann lässt den Schlagbaum hinter uns runter. Danach liegt Kolmanskuppe wieder verlassen und einsam da, nur der Wind singt seine immerwährenden Lieder.
Die B4, die einzige Teerpiste ins Landesinnere, hat uns wieder. Und gleich kommt auch schon Garub, das Gebiet der wilden Pferde. Seit Kolonialtagen existieren sie hier. Die Schutztruppe brachte Hunderte von Pferden mit Schiffen nach Deutsch-Südwest. Sie waren am Anfang das einzige Transportmittel im Land. Doch auch später, als die Eisenbahn gebaut war, konnte man auf Pferde nicht verzichten.
Die Nachkommen dieser Tiere leben hier seit vielen Jahrzehnten wild, haben sich den harten Wüstenbedingungen angepasst. Mit dem Fernglas entdecken wir eine kleine Herde, fahren näher heran. Aber bald merken wir: Die Sandpiste ist zu schlecht, mühsam zu befahren und die Gefahr ist groß, dass wir hier stecken bleiben.
Man darf es nie vergessen: Der Grat zwischen Wohlbefinden und blankem Entsetzen ist in der Wüste auf wenig befahrenen Pisten schmal. Ein Fehler, ein Steckenbleiben an einem dieser glutheißen Tage kann Reisende schnell in Bedrängnis, ja in Lebensgefahr bringen. Ob Hilfe erscheint, hängt oft vom Zufall ab, denn das Handy bekommt hier keinen Empfang. Also kehren wir wieder auf die sichere Teerstraße zurück.
Unser Ziel heute ist die Vista Lodge in Klein-Aus. Das Hauptgebäude ist von der B4 aus zu sehen. Wir checken an der Rezeption ein und erfahren, dass unsere nächtliche Bleibe eine Blockhütte ist, die mehr als sieben Sandpisten-Kilometer entfernt liegt. Jemand drückt uns einen Plan in die Hand und etwas unmutig begeben wir uns auf eine Schaukeltour, immer einer Spurrille nach, durch tiefen Sand und unwegsames Buschland.
Am Fuß einer großen Felswand entdecken wir von weitem drei rustikale Steinhäuser: die Eagle`s Nest Chalets. Unser "Nest" liegt etwas erhöht, das Häuschen schmiegt sich an den Felsen. Die Tür ist unverschlossen. Wir betreten den Raum, der rustikal möbliert ist: Doppelbett, Sitzgruppe, Duschbad, Küchenzeile und kleine Terrasse mit einem weiten Blick über die Grassteppe. Totale Stille. Wir sind allein. Oder doch nicht?
Beim Blick in das Gästebuch entdecke ich mehrere Zeichnungen von Hamstermäusen und Eintragungen über die nächtlichen Störer. Ich kombiniere sofort: Wir haben hier Mitbewohner auf vier Beinen. Und richtig. Kaum habe ich die kleine Terrasse mit Blick ins weite Land betreten, kommt eine etwas zerzauste Hamstermaus auf mich zu. Sehr keck.
Wie ein Haustier kommt sie näher, denn ganz offensichtlich war sie gewohnt, gefüttert zu werden. Und gleich hinter ihr tauchen noch zwei weitere Exemplare auf, bleiben stehen und fixieren mich mit ihren wachen, dunklen Augen. Ihre Blicke scheinen mir erwartungsvoll zu sein. Doch ich stehe mit leeren Händen da, außer Obst ist nichts Essbares vorhanden.
Aber erst müssen wir zum Haupthaus zurück. Eine erneute lange Schaukelpartie. Doch später sitzen wir auf der Terrasse des Restaurants und atmen und fühlen Afrika. Der Sonnenuntergang ist wundervoll, die samtweiche Luft und die ruhige Abendstimmung erfüllen das Herz.
Dann ist es plötzlich stockdunkel. Wir genießen das Essen. Alkohol ist wegen der beschwerlichen Rückfahrt tabu. Diesmal geht es in totaler Finsternis zurück zum Chalet, doch unter dem funkelnden Sternenhimmel. Auf der kleinen Terrasse sitzen wir noch eine Stunde, betrachten das ?Kreuz des Südens? über uns, horchen in die Stille auf die Tierlaute, die wir nicht definieren können. Der Schlaf ist unruhig - so viel Einsamkeit sind wir nicht gewohnt.

7.TAG


Der Morgen begrüßt uns mit brillantem Sonnenschein. Eine zauberhafte Savannenlandschaft breitet sich vor unseren Augen aus, vom frühen Morgenlicht durchflutet. Frühstück ist wieder im Haupthaus, so schaukeln wir erneut über die Sandpiste.
Unsere heutige Etappe geht über Keetmanshoop, Mariental und Stampriet in die Kalahari. Also wieder auf die B4, die einzige Asphaltpiste zwischen Keetmanshoop und Lüderitz. Wir genießen noch einmal die grandiosen Landschaftsbilder, diese Abwechslung von tischebenen Grasflächen, langgezogenen Tafelbergen und wie vom Riesen Gulliver hingeworfenen Felsbrocken - nun aus einer anderen Perspektive als bei der Hinfahrt.
Über die kleinen Ansiedlungen Goageb, wo es eine Tankstelle gibt, und Seeheim erreichen wir Keetmanshoop. Das Städtchen, auch als Hauptstadt des Südens bezeichnet, hat immer noch einen Pioniercharakter. Der Ort liegt genau 500 Kilometer südlich von Windhoek. Informationen bekommt man im historischen Postamt aus dem Jahr 1910 auf der Hauptstraße. Hier ist das Büro des Southern Tourist Forums (STF).
Gegründet wurde Keetmanshoop 1866 von den Missionaren der Rheinischen Missionsgesellschaft, die den Ort nach ihrem Präsidenten Keetmann benannten. Geblieben ist aus dieser Zeit ein solider Kirchenbau, heute das älteste Bauwerk des Ortes und Sitz des Stadtmuseums. Im Museum lernt man nicht nur einiges über die damalige Missionsarbeit, sondern auch über die Urbewohner, die Namas, von denen viele heute biblische Namen wie Johannes, Matthäus und Petrus tragen.
Auf den Straßen, bebaut mit einstöckigen Häusern und einigen wenigen Kolonialgebäuden, herrscht afrikanisches Leben: Frauen in bunten Gewändern eilen über die Bürgersteige. Viele tragen wegen der prallen Mittagssonne große Hüte. Mütter ziehen ihre müden Kinder hinter sich her, andere eilen zu den Märkten, die nicht nur Obst und Gemüse, sondern alles anbieten, was in einem Haushalt gebraucht wird.
Der wirtschaftliche Haupterwerb in dieser kleinen Stadt ist die Zucht von Karakulschafen, mit der man bereits 1907 begonnen hat. Das gelockte Fell der Lämmer wird zu Pelzmänteln und zu Teppichen verarbeitet. Keetmanshoop ist das Zentrum der namibischen Karakulzucht. Noch etwas anderes hat Keetmanshoop bekannt gemacht: Der Köcherbaumwald vor den Toren der Stadt. Und den wollen wir nun sehen.
Man muss ihn etwas suchen, den Quiver Forest, der nordöstlich der Stadt liegt. Die Strecke dahin ist schlecht beschildert. Also die B1 Richtung Norden fahren, kurz hinter dem Städtischen Hospital rechts abfahren, dann kommt die Einfahrt zum Köcherbaumwald, alles ganz unprätentiös, ohne touristischen Ehrgeiz. Wir halten an einer Schranke. Aus einem Einfamilienhaus rechter Hand eilt ein älterer Herr mit weißem Haar, kassiert und lässt uns das Gelände befahren.
Dann steigen wir auf eine Anhöhe und sind mittendrin in dem Wald aus Aloen. Mehrere hundert Exemplare stehen hier verstreut zwischen Felsbrocken. Die Bäume, die bis zu sieben Meter hoch werden, zählen zu den vier Aloenarten Namibias. Aber eigentlich sind wir etwas enttäuscht. Wir haben uns den sogenannten Wald eindrucksvoller vorgestellt.
Weiter geht es dann über die inzwischen lebhaft befahrene B1 nach Mariental. Wieder ein Ort mit Pioniercharakter und breiten Straßen, wo früher Ochsengespanne wenden konnten. Supermärkte und Gewerbebetriebe flankieren die Hauptdurchgangsstraße. Auch in diesem Ort wirkten Missionare und hinterließen eine wuchtige Kirche.
Im Schatten der Geschäfte schlagen offenbar unbeschäftigte junge Männer die Zeit tot. Anders als die Frauen, die stets geschäftig sind, kleine Kinder auf dem Rücken tragen und Einkaufstüten schleppen. Nördlich von Mariental biegen wir in die C20 in Richtung Stampriet. Eine Schotterpiste, die nach kurzer Zeit die Farbe wechselt.
Die rote Erde ist das Zeichen dafür, dass wir die Kalahari erreicht haben. Das leuchtende Rot, für viele das Sinnbild Afrikas, entsteht durch Eisenoxyd, das die Sandkörner ummantelt. Auch die Landschaft ändert sich. Aus dem Grasland wird Savanne mit Büschen und niedrigen Bäumen und schon bald sehen wir eine Einfahrt mit Wachhäuschen: Die Kalahari Anib Lodge, das Quartier für die nächsten beiden Nächte.
Das Rot der Kalahari-Erde findet sich in der Farbe der Chalets wider, die sich um den Pool gruppieren und die zweckmäßig und komfortabel eingerichtet sind. Später, beim Dinner auf der mit Safarimöbeln ausgestatteten Terrasse, treffen wir neue Bekannte aus dem Nest Hotel in Lüderitz wieder. Hinterher sitzen wir mit ihnen und einigen Neuankömmlingen an der Bar und tauschen Reiseerfahrungen aus.

8. TAG


Heute ist Entspannung angesagt. Das Auto bleibt den ganzen Tag über stehen. Wir genießen ein ausgedehntes Frühstück in der warmen Luft, schwimmen, lesen, kaufen Mitbringsel und entschließen uns am späten Nachmittag, die hohen Wanderschuhe anzuziehen, einen Sonnenhut aufzusetzen, eine Karte einzustecken und durch die so charakteristische Savannenlandschaft zu laufen.
Man könnte sich auch einer Pirschfahrt anschließen und nach Schakalen, Stinktieren, Erdwölfen und Stachelschweinen Ausschau halten. Aber nach einer Woche im Auto tut es gut, seine Beine wieder in Bewegung zu bringen.
Auf der ganzen Reise, die hinter uns liegt, haben wir nur wenige Tiere gesehen, obschon der Süden Namibias noch vor 100 Jahren voller Wildtiere war. Doch sie sind im Laufe der Jahrzehnte verschwunden, ausgemerzt durch Wilderei und Jagdgesellschaften aus Südafrika, Europa und Amerika. Jetzt wird langsam wieder damit begonnen, die vierbeinigen Bewohner von damals zurückzubringen.
Ganz plötzlich kommt es dann doch noch zu einer Begegnung, die uns einen gehörigen Schrecken einjagt. Bei einem kleinen Stopp schauen wir uns die Umgebung durchs Fernglas an. Irgendetwas veranlasst mich, nach rechts zu gucken und ich erstarre. Denn mein Blick fällt auf eine Schlange, ziemlich groß und beigefarben. Entfernung: etwa ein Meter. Doch ehe wir reagieren können, verschwindet sie wieder im niedrigen Gebüsch. So lautlos und schnell wie sie erschienen ist. Glück gehabt. Hinterher rätseln wir, ob es eine Kobra war, deren Biss tödlich sein kann.

9. TAG


Es ist unser Rückreisetag nach Windhoek. Nur noch knapp 300 Kilometer auf der Asphaltpiste. Wir machen noch einen Stopp in Rehoboth, die Stadt der sogenannten Baster, Nachfahren von europäischen Kolonisatoren und Khoisan-Frauen.
Ursprünglich kamen die Baster aus der südafrikanischen Kap-Region. Eine Gruppe von ihnen ließ sich 1870 in Rehoboth nieder. Attraktionen sind hier vor allem die Thermalquellen und das Museum mit einer Ausstellung zur Menschheitsgeschichte.
Die B1 in Richtung Windhoek wird jetzt von Buschland flankiert und dann tauchen auch schon die ersten vorstädtischen Häuser von Windhoek auf. Das Ziel dieser Reise ist erreicht. Die Hauptstadt Namibias empfängt uns mit ungewöhnlichem Grün. In diesem Januar hat es hier stark geregnet. Es gab unliebsame Überschwemmungen, doch der Regen führte auch zu einem Pflanzenwuchs, der die Stadt von einer ganz neuen Seite zeigt.
Wir tauchen in die City ein, suchen einen bewachten Parkplatz, schlendern über die Independence Avenue. Abends im Hotel resümieren wir: Diese Reise von Kapstadt nach Windhoek war einfach faszinierend. Wegen der unglaublichen Vielfalt der Landschaften, ebenso der Menschen mit ihren unterschiedlichen Ethnien und auch der Selbsterfahrung bei den Fahrten durch die phantastischen Wüstenlandschaften, die die Seele nähren, aber auch existentiell bedrohlich sein können.


SÜD-AFRIKA Tipps
Von Kapstadt nach Windhoek
Zweite Etappe, vier Tage von Lüderitz nach Windhoek.


UNTERKÜNFTE
6. Tag von Lüderitz über Kolmanskuppe und Garub nach Klein-Aus.
Klein-Aus Vista/Eagle`s Nest Chalets, (westlich von Aus, 3 km auf der B4), Tel.: 264 (0)63 258 116, Fax 258 021, www.klein-aus-vista.com
7. Tag Fahrt über Keetmanshoop und Mariental in die Kalahari nach Stampriet.
Kalahari Anib Lodge (an der C20 zwischen Mariental und Stampriet), Buchung und Infos über Gondwana Collection, Tel. 264 (0)61 230 066, Fax 251 863, www.gondwana-collection.com
8. Tag Ruhetag in der Anib Lodge
9. Tag Fahrt über Rehoboth nach Windhoek.
Hotel Pension Uhland, 147 Uhland Street, Windhoek, Tel. 264 (0)61 229 859, Fax 229 108, www.hoteluhland.com


© Text: Sigrid Latka-Jöhring
 

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