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Krüger-Nationalpark © Christian Heeb
© Christian Heeb

Krüger National Park: Der Zorn des Zweitonners



Der weltberühmte Krüger National Park bietet ständig neue Attraktionen. Sie führen dichter an die Natur heran, lassen sie intensiver erleben - es kann aber schnell mal brenzlig werden.

Etwas Großes bricht direkt vor uns durch die Mopane-Büsche. Wir hören grollendes Schnaufen, eine halbe Sekunde später trifft uns ein fauler Geruch. Ich will weglaufen, schaffe es aber, mich nach zwei Schritten zu stoppen. Mwusi steht dem Busch am nächsten. "Halt die Stellung, die Stellung halten!", brüllt ihm John in den Rücken. Gleichzeitig nehmen die beiden ihre R1-Sturmgewehre vor die Augen und zielen in den Busch.
Dort knackt es jetzt leise. "Ein Nilpferd. Das ist genau die Situation, die man vermeiden will", sagt John. Nur ein kleines Schwanken in seiner Stimme verrät, dass auch er geschockt ist. Vor zehn Minuten hatten wir darüber gesprochen: Du darfst niemals zwischen ein Nilpferd und seine Wasserstelle geraten. Nilpferde wirken außerhalb des Wassers träge - doch sie töten in Afrika mehr Menschen als Löwen, Leoparden, Geparden, Büffel und Elefanten zusammen. Reizt man sie und läuft weg, nehmen sie die Verfolgung auf. Trotz ihres Gewichts von zwei Tonnen laufen sie bis zu 35 Stundenkilometer schnell und sind unglaublich wendig.
Mit ihren 50 Zentimeter langen Zähnen beißen sie selbst Krokodile in Stücke. Das ist die Gefahr, aber gleichzeitig die Faszination des Krüger Parks: Auf den vielen Game Drives wirkt die Natur wie gezähmt. Vor dem Fenster des Mietwagens läuft sie ab wie ein Film. Doch mit einem Schlag wird es ernst und es geht um das eigene Leben.

Krüger-Nationalpark © Christian Heeb
© Christian Heeb
Der Größte der Big Five.

Radeln zwischen Nilpferden


Alles hatte so friedlich angefangen: Wir waren um sieben Uhr im Olifants Camp zur Mountainbiketour gestartet. Auf dem Fahrrad durch ein Big-Five-Reservat - weltweit gibt es das nur in Maschatu in Südbotswana und seit einem halben Jahr auch hier.
Vom Camp steuert uns John mit dem Geländewagen in die Wildnis, holt dort die Räder vom Anhänger und wir stellen sie auf die richtige Höhe ein. Drei Minuten später rollen wir durchs Buschland. Die Luft ist knackig und so frisch, wie sie nur mitten in der Natur sein kann. John hat etwas entdeckt, wir halten an. Er deutet auf Spuren im Sand und identifiziert sie als Hyänen-Abdrücke. Als wir den Weg hochschauen, sehen wir sie in ihrer ungelenken Art herumschleichen. Wir kennen sie nur als Aasfresser, aber John belehrt uns: "Wer jemals gesehen hat, wie sie ein Impala zur Strecke bringen, weiß, was für großartige Jäger sie sind." Das zweitgrößte Raubtier Afrikas wird oft unterschätzt. Für Menschen aber sind Hyänen nur im Schlaf gefährlich.
Der Sand knirscht unter unseren Reifen, während wir über die von Mopanebüschen flankierten Wege fahren - kein Motor verjagt die Vögel oder stört den Genuss der Stille. Jedes Erlebnis ist unmittelbar, wir fühlen uns wie ein Teil des Krüger Parks. In einer Biegung halten wir an, steigen ab und folgen John zu Fuß einen Abhang hinunter. Ich schmunzle über meinen Reflex, das Fahrrad abschließen zu wollen.
Fünf Minuten später sitzen wir am Ufer des Olifants und halten ein Picknick mit Kräckern und Käse. Wir sitzen auf Felsen, die im Sommer mitten im Fluss liegen. Im Moment ist es besonders trocken und das liegt nicht nur am Regen. Industrie und Landwirtschaft zapfen immer mehr von dem Wasser ab, das in den Krüger fließt und dort das reiche Tierleben garantiert. Letztes Jahr hat der Olifants zum ersten Mal seit Menschen Gedenken aufgehört, zu fließen.
Gegenüber unseres Platzes stehen die Nilpferde eng gedrängt im Wasser, nur die oberen zehn Zentimeter des Kopfes ragen heraus. Wie Elefanten haben auch die Nilpferde mit ihrer dicken Haut zu kämpfen. Sie schwitzen zwar ein rotes, öliges Sekret aus, das als Sonnenschutz dient. Um sich aber vor dem Austrocknen zu schützen, verbringen sie die meiste Zeit des Tages im Wasser.
Dort drüben liegen sie im funkelnden Fluss. Wir schauen sie an, sie fixieren uns. Zwei der Nilpferde gleiten ab und zu näher heran, um wie Wale Wasser auszublasen und langsam wieder zurück zu weichen. Solch große Tiere sind wie Planeten im Sternensystem des Krüger Parks. Sie locken Insekten an, die sich von ihnen ernähren. Das wiederum ruft Vögel wie den Madenhacker auf den Plan, für die diese Insekten leichte Beute sind. Im Wasser rund um die Dickhäuter steigen Blasen auf. Ab und zu flappt ein Fisch über die Oberfläche: Viele der Flussbewohner ernähren sich vom Kot der runden Giganten.
200 Meter weiter unten am Fluss grunzt die nächste Kolonie Nilpferde, dazwischen schiebt sich ein Krokodil auf die Steine, die sich langsam erwärmen. Ein idyllischer Ausflug zum Olifants - bis zu unserer dramatischen Begegnung auf dem Rückweg: Wir gehen hinter Mwusi und John sehr langsam seitlich um das Nilpferd herum.
Als wir den Hügel halb erklommen haben, deutet John auf das Ufer. Dort trottet unser Freund, ein ausgewachsener Bulle, zum Wasser. Wo er mit seinem Gewehr denn hingezielt hätte, falls das Nilpferd aus seiner Deckung auf uns zu gekommen wäre? "Zwischen die Augen, ein wenig höher, dort sitzt das Gehirn. Das ist aber nur die Theorie. In der Hitze des Gefechts versucht man, es irgendwie zu erwischen." Das sind Situationen, die die Ranger im Krüger Park zu vermeiden versuchen, auf die sie dennoch vorbereitet sein müssen. "Wir halten unsere Knochen hin, damit die Touristen ein tolles, sicheres Erlebnis haben", sagt Moses und gestikuliert mit seinem Sturmgewehr. Wir haben ihn eben an seiner Unterkunft abgeholt.



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© Text: SÜD-AFRIKA/Lukas Martin
 

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